punkt Geschichte des Probsthofs

Der Verein wurde am 30. Dezember 1963 vom Männerwerk der Evangelischen Kirchengemeinde Oberkassel unter dem Namen Evangelisches Kinderheim Probsthof e.V. ins Leben gerufen, um das 1896 von Frieda Caron in Niederdollendorf gegründete Heim vor der drohenden Schließung zu bewahren. Der Verein führt seit 2009 den Namen Förderverein Probsthof e.V.

Frieda Caron entstammt einer Unternehmerfamilie und wuchs im Haus Heisterberg am rheinseitigen Hang des Petersberges bei Königswinter auf. Heute befindet sich auf dem Gelände der Jugendhof Rheinland. An die Familie Caron erinnert nur noch ein Mausoleum und ein Aussichtsturm. Mit ihrem väterlichen Erbe kaufte die junge Frau 1895 in Niederdollendorf am Rhein einen kleinen Bauernhof, den Probsthof, um „in der Diaspora“, wie sie es ausdrückte, einen Platz für evangelische Kinder zu schaffen. Im Probsthof richtete sie mit zwei Diakonissenschwestern aus Kaiserswerth ein kleines evangelisches Kinderheim ein. Die Einweihungsrede hielt am 25. Mai 1896 Pastor Friedrich von Bodelschwingh.

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 Aus dem Gründungsjahr 1896

 

Frieda Caron
Gründerin des Probsthofs

1903 wurden zwei Neubauten fertig, die alttestamentarische Namen trugen: Mara1 und Eben- Ezer2. Ein Betsaal und ein Schulgebäude folgten. Das letztgenannte Haus wird noch heute als Kindergarten der Evang. Kirche in Dollendorf genutzt. In zwei Etagen sind eine Wohngruppe des Probsthofes für Jugendliche und die „Pumuckelgruppe“ für Kleinkinder untergebracht.

1908 wird der Probsthof als Tochterhaus des Kaiserswerther Diakonissen-Mutterhauses übernommen. Die Diakonissen führen die Einrichtung mehr als ein halbes Jahrhundert. Zuletzt finden hier fast 80 Kinder ein neues Zuhause. Personelle und finanzielle Sorgen (das Heim müsste von Grund auf saniert werden) lassen 1963 den Entschluss reifen, das Heim aufzulösen und die Kinder auf andere Einrichtungen zu verteilen. Da regt sich die Evangelische Kirchengemeinde Oberkassel, in deren Bereich das Heim liegt. Aus dem Männerkreis unter Leitung von Pastor Sondermann wird ein Verein gegründet, der das Heim 1964 kauft; 500 000 Mark müssen aufgebracht werden, eine kaum vorstellbare Summe für einen Verein mit gerade einmal 17 Gründungsmitgliedern. Vorsitzender wird Dr. h.c. Diether Deneke, der spätere Minister für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten des Landes Nordrhein-Westfalen. Er leitet den Verein über fast 18 Jahre.

Der Verein, damals noch unter dem Namen „Evangelisches Kinderheim Probsthof e.V.“, beginnt bereits kurze Zeit nach dem Kauf mit der Planung eines Neubaus. 1973 wird das neue Heim eingeweiht, es bietet noch heute bis zu 80 Kindern und Jugendlichen eine vorübergehende Heimstatt.

Der Probsthof genießt einen guten Ruf; jahrelang kamen die Bundeskanzler vom nahen Bonn mit der Rheinfähre zu den Weihnachtsfeiern im Probsthof: Konrad Adenauer, Ludwig Erhard, Kurt Georg Kiesinger und Willy Brandt. Für Helmut Kohl kam seine Gattin Hannelore.

1996 konnte der Probsthof auf sein hundertjähriges, 2004 der Verein auf sein vierzigjähriges Bestehen zurückblicken. Beide Anlässe wurden gebührend gefeiert.

Umfassend können Sie sich über das Evangelische Kinder- und Jugendheim Probsthof auf
seiner Homepage informieren unter www.der-probsthof.de.


1 Mara: Im Alten Testament soviel wie Bittere Quelle: „Und sie kamen nach Mara; aber sie konnten das Wasser von Mara nicht trinken, denn es war bitter.“ (2. Mose 15)
2 Eben Ezer: Im Alten Testament soviel wie Stein der Hilfe: „Und Samuel nahm einen Stein und stellte ihn auf … und er gab ihm den Namen Eben-Ezer und sprach: Bis hierher hat uns Jehova geholfen“.(1. Samuel 7)


  punkt Probsthofvideo

Aus Anlass des vierzigjährigen Bestehens des Probsthofvereins haben wir einen Videofilm (32 min) zur Geschichte des Ev. Kinder- und Jugendheims Probsthof und des Vereins gedreht. Sie können eine Kopie auf DVD zum Preis von 10 Euro bestellen beim Vorsitzenden des Vereins, Dieter Mechlinski, Ferdinand-Schmitz-Straße 34, 53639 Königswinter.